Microsoft positioniert Windows 11 als ein umfassendes Redesign von Windows selbst und fügt dem Betriebssystem alle möglichen Schnörkel und Effekte hinzu. Das macht einige nervös, wenn man sich an die Katastrophe von Windows Vista erinnert, die zu einer schleppenden Leistung führte, die Microsoft mit Windows 11 vermeiden möchte.

Kevin Gallo, Leiter der Windows-Entwicklerplattform, nahm an einer Frage-und-Antwort-Runde teil, um einige der Designentscheidungen hinter Mica und deren Auswirkungen auf die Leistung zu erläutern.

„Leistung hat für uns wirklich höchste Priorität und wir möchten sicherstellen, dass all diese lustigen neuen Funktionen superschnell sind und das Betriebssystem nicht beeinträchtigen“, sagte Gallo. „Zum Beispiel wurde Mica speziell für eine höhere Leistung im Vergleich zu Dingen wie Acryl entwickelt.“

Das fließende Design des Unternehmens ist mit seinen abgerundeten Ecken, Schlagschatten und Transparenzeffekten in den integrierten Apps und im Betriebssystem zu sehen. Als Teil des neuen Designs bietet Windows 11 ein Material namens „Glimmer“. Dadurch entsteht ein Layering-Effekt, je nachdem, was der Desktop-Hintergrund ist. Ein heller Hintergrund ändert beispielsweise die Anwendungsfenster in einen helleren Farbton, während dunklere Hintergründe das Gegenteil bewirken. Es ermöglicht auch eine subtile Transparenz des Desktop-Hintergrunds durch die Fenster. Glimmer macht sich bereits im aktuellen Preview-Build mit dem Datei-Explorer bemerkbar.

In der Videositzung erklärt Gallo weiter, dass Mica vollständig für das Rendering optimiert ist, sodass die Transparenz und die abgerundeten Ecken die Leistung nicht beeinträchtigen sollten. Mica tastet das Desktop-Hintergrundbild nicht bei jedem Frame ab, sondern entscheidet sich stattdessen dafür, das Bild nur einmal zu verwischen. Im Gegensatz dazu erzeugt das „Material“ Acryl einen lebendigen Hintergrund dessen, was sich darunter befindet, der mehr Ressourcen verbraucht.

Kluge Leser werden sich erinnern, dass Windows Vista dafür berüchtigt war, langsamere Maschinen mit seinem Aero-Thema zu verzetteln. Zu dieser Zeit war Aero mit seinen glasartigen Transparenzen und Reflexionen eine massive Veränderung gegenüber dem Aussehen von Windows XP. Die einzige Möglichkeit, die Leistung zu steigern, war ein Downgrade auf Aero Classic, das nicht annähernd so gut aussah.

Laut Gallo verwenden Benutzer, die Windows 11-Versionen von Apps ausführen, Mica, während Computer mit älteren Windows-Versionen stattdessen automatisch diese Designs verwenden. Dies soll die Leistung auf breiter Front verbessern und gleichzeitig die Softwareentwicklung vereinfachen. Das Ziel ist es, überall die „beste Version der App“ zu erhalten.

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