Beim Start schnitten AMDs RDNA 2-basierte RX 6000-Karten etwas schlechter ab als Nvidias RTX 30-Serie. Die RX 6900 XT lief etwa 10 % langsamer als die konkurrierende RTX 3090 und die RX 6800 XT lief etwa 6 % langsamer als die konkurrierende RTX 3080. Durch verschiedene Optimierungen hat sich jedoch das Blatt gewendet. Laut einigen Testdaten laufen die Karten von AMD nun je nach Auflösung und Karte bis zu 9% schneller.

Eine Analyse von 3DCenter zeigt die Leistungssteigerungen, die AMD in den letzten Monaten erzielt hat. Anhand von Benchmarks verschiedener Verkaufsstellen im Dezember 2020 stellte sich heraus, dass die RTX 3080 bei Full HD und 1440p etwa 3,5% besser abschneidet. Mit Daten vom Juni 2021 hat sich die Leistungslücke zu Gunsten von AMD umgedreht, wobei die RX 6800 XT bei Full HD 5 % und bei 1440p 3,1 % besser abschneidet.

3DCenter

Leistungssteigerungen sind bei Grafikkarten nur natürlich, da Treiberoptimierungen zusätzliche Leistung herauspressen und aktualisierte Benchmarking-Rigs zu beeindruckenderen Ergebnissen beitragen. 3D Center weist jedoch darauf hin, dass bei AMD noch andere Faktoren am Werk sind. Sowohl AMD als auch Nvidia verzeichneten zwischen Dezember 2020 und Juni 2021 Leistungssteigerungen, aber AMD sah eher eine Verbesserung.

Smart Access Memory (SAM) spielt eine große Rolle. Diese Funktion ermöglicht es Ryzen 5000 und ausgewählten Ryzen 3000-Prozessoren, auf den gesamten Videospeicher auf RX 6000-Karten zuzugreifen. Nvidia hat eine ähnliche Funktion namens Resizable Bar. Beide Funktionen erreichen das gleiche Ziel, aber Benchmarks zeigen eine durchschnittliche Verbesserung von 7 % mit SAM und nur eine Verbesserung von 1 % mit Resizable Bar.

Allein dieser Unterschied zeigt die von 3DCenter beschriebene Lücke. In Kombination mit Treiberoptimierungen und besseren Prüfständen zeigt sich die Leistungsfähigkeit von SAM. Es ist keine massive Verbesserung, aber immer noch genug für AMD, um die Leistungskrone bei bestimmten Auflösungen zu beanspruchen.

Es gibt jedoch einige Vorbehalte bei der Analyse von 3DCenter. Der erste ist, dass die Benchmarks nur die gerasterte Leistung berücksichtigen, sodass die Daten keine Raytracing-Ergebnisse berücksichtigen. RX 6000-Karten haben in Raytracing-Benchmarks schlechter abgeschnitten als RTX 3000-Karten, da Nvidia DLSS (eine für Raytracing unerlässliche Upscaling-Technologie) anbietet. AMD hat kürzlich mit FidelityFX Super Resolution einen DLSS-Konkurrenten herausgebracht, obwohl es zu früh ist, um feste Raytracing-Vergleiche zwischen den beiden Marken zu ziehen.

Auch die Auflösung ist ein Streitpunkt. Es stimmt, dass AMDs Karten auf der ganzen Linie eine Leistungsverbesserung erfahren haben, aber noch mehr bei Full HD und 1440p. Bei 4K haben sich die AMD-Karten im Bereich von 3% verbessert, was dem gleichen Leistungszuwachs entspricht, den Nvidia-Karten in den letzten Monaten gesehen haben.

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