Der NASA-Astronaut Shane Kimbrough baut Salat im Veggie-Gemüseproduktionssystem auf der Internationalen Raumstation an. NASA

Der Anbau von Nahrung im Weltraum ist ein wichtiger Bestandteil langfristiger Weltraummissionen. Doch die Vorteile sind nicht nur praktisch, wie zwei derzeit auf der Internationalen Raumstation (ISS) laufende Experimente zeigen sollen.

Astronauten auf der ISS haben Salat, Radieschen, Chilischoten und mehr angebaut. Aber die Herausforderungen des physischen Anbaus von Pflanzen auf der Station – in Bezug auf Licht, Feuchtigkeit, Gesunderhaltung der Pflanzen usw. – sind nur ein Teil des Bildes von Nahrung im Weltraum. Der andere Teil besteht darin, die Psychologie des Essens zu verstehen, was Lebensmittel für Astronauten attraktiv macht und wie frische Lebensmittel das geistige Wohlbefinden der Astronauten sowie ihre körperliche Gesundheit verbessern können.

Beim HRF Veg-Experiment werden keine Pflanzen direkt angebaut – stattdessen werden Fragebögen verwendet, um herauszufinden, wie Astronauten über die frischen Lebensmittel, die sie auf der Station anbauen, denken und wie sie diese am besten in ihre Ernährung integrieren können. Psychologen glauben, dass Astronauten, die frische Nahrung zu sich nehmen, über die reine Ernährung hinaus einen Vorteil haben, indem sie einer eintönigen Essroutine etwas Aufregung und Abwechslung verleihen. Darüber hinaus hat es einen psychologischen Vorteil, selbst angebaute Lebensmittel zu essen, da Sie mehr in Dinge investiert sind, an denen Sie mitgewirkt haben. (Dies wird erfreulicherweise der IKEA-Effekt genannt.)

Ein Essensproblem, das oft auftaucht, ist, dass Astronauten berichten, dass sie bestimmte Lebensmittel satt haben, während sie auf der Raumstation dienen. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass sich der Geschmackssinn im Raum verändern kann. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl von vorgefertigten Mahlzeiten, sodass Astronauten immer wieder dieselben Mahlzeiten zu sich nehmen. Dies führt dazu, dass Astronauten nicht essen wollen und zu viel Gewicht verlieren, ein Phänomen, das als Menümüdigkeit bekannt ist. Je länger eine Mission dauert, desto schwerwiegender kann dieses Problem werden, da Astronauten ihren Appetit verlieren und Ernährungsdefizite haben oder ihr Körpergewicht auf ungesunde Weise sinken kann.

Anekdotisch haben Astronauten darüber gescherzt, wie Ketchup, scharfe Sauce und andere Gewürze bei Weltraummissionen sehr geschätzt werden, weil sie den Mahlzeiten den dringend benötigten Geschmack verleihen. Jetzt führt die NASA eine formelle Studie zu diesem Thema auf der ISS durch und fordert Astronauten auf, Fragebögen darüber auszufüllen, welche Lebensmittel sie essen und welche Nahrung sie nicht haben, während sie im Weltraum sind. Bei der Untersuchung der Lebensmittelakzeptanz, Menüermüdung und Abneigung bei ISS-Missionen werden ISS-Besatzungsmitglieder aufgefordert, einmal pro Woche darüber zu berichten, wie ansprechend sie die angebotenen Speisen und Getränke für ihre Mahlzeiten finden.

Beide Studien laufen auf der ISS und sollen Forschern helfen, besser zu verstehen, wie man Nahrung für zukünftige Langzeitmissionen wie eine bemannte Mission zum Mars zubereitet.

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