Trotz des Wiederauflebens von AMD auf dem CPU-Markt hält Nvidia immer noch alle Karten, wenn es um den diskreten GPU-Markt geht. Dies geht aus einem Bericht von Jon Peddie Research hervor, der auch einen Anstieg der GPU-Auslieferungen um insgesamt 3,4% im Vergleich zum Vorjahr zeigte.

Vom zweiten Quartal 2020 bis zum zweiten Quartal 2021 verlor AMD rund 3 % Marktanteil, während Nvidia im gleichen Zeitraum 3 % zulegte. Nvidia behält auch weiterhin den überwältigenden Anteil am Markt für diskrete GPUs mit 83 % im Vergleich zu AMDs 17 %. Was den gesamten GPU-Markt angeht, hat Intel technisch gesehen die GPU-Krone mit einem dominierenden Marktanteil von 68 % im Vergleich zu Nvidias 16 % und AMDs 15 %. Dies liegt einfach daran, dass die meisten CPUs von Intel eine integrierte GPU enthalten.

Die interessantere Geschichte ist jedoch der leichte Rückgang für AMD im Markt für diskrete GPUs. AMDs Ryzen-Plattform hat es CPU-seitig in Schlagdistanz zu Intel katapultiert. Das intelligente Architektur-Engineering und der Wechsel zu einem 7-nm-Prozess haben es dem Unternehmen ermöglicht, seit einiger Zeit die Preis-Leistungs-Krone zu gewinnen. Diese versierte Technik scheint sich jedoch noch nicht auf die GPU-Seite übertragen zu haben.

DLSS vs. FidelityFX Super Resolution

Microsoft müsste DLSS entsprechen, die nach wie vor die beste Upscaling-Option für die Bildqualität ist. Nvidia

AMD hat seine FidelityFX Super Resolution (FSR) als Alternative zu Nvidias Deep Learning Super Sampling (DLSS) Upscaling-Technik eingeführt. FSR rendert ein Spiel niedriger als die native Auflösung und führt eine „Kantenrekonstruktion“ durch, um das Bild hochzuskalieren. Darauf folgen Schärfen, Tone Mapping und Anti-Aliasing. Im Gegensatz dazu verwendet Nvidias DLSS auf seinen RTX-Karten künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen, die auf dedizierten Tensor-Kernen ausgeführt werden, um das Bild mit einer höheren Genauigkeit zu rekonstruieren. FSR ist definitiv konkurrenzfähig, wird aber von DLSS in der Bildqualität immer noch deklassiert.

Nvidia kann das DLSS-KI-Modell seit Jahren trainieren, was ihm einen Wettbewerbsvorteil verschafft. AMDs FSR verwendet dagegen einen älteren Upscaling-Algorithmus. Auch das Zahlenspiel gewinnt Nvidia mit seinen Karten. Die Turing-Reihe von Nvidia wurde erstmals im September 2018 veröffentlicht und verfügte bereits über die Fähigkeit zum hardwarebasierten Raytracing. DLSS ergänzte Raytracing, indem es Spielen ermöglichte, spielbare Bildraten beizubehalten und gleichzeitig eine hohe Auflösung beizubehalten. In Kombination mit der Veröffentlichung von Ampere-Karten im Jahr 2020 hat Nvidia vier Jahre und zwei Generationen Zeit, um seine Technologie zu verbessern.

Nvidias massiver Vorsprung beim Marktanteil ermöglicht es, Entwickler davon zu überzeugen, seine proprietären Technologien wie DLSS zu unterstützen. Infolgedessen unterstützen viele weitere große AAA-Spiele DLSS trotz der wachsenden Unterstützung für FSR.

Wir wissen nicht, wie wichtig Faktoren wie DLSS oder sogar RTX-Raytracing für potenzielle Käufer sind, aber derzeit hat Nvidia immer noch die Nase vorn.

Next-Gen-Hoffnung in Chipmangel

Es besteht kein Zweifel, dass die Pandemie den GPU-Markt verwüstet hat. Chipknappheit in Kombination mit überwältigender Nachfrage und Preiserhöhungen haben es vielen Menschen fast unmöglich gemacht, an neuere Grafikkarten zu kommen. Das hat viele angehende PC-Hersteller dazu veranlasst, sich stattdessen für vorgefertigte Desktops und Gaming-Laptops zu entscheiden.

Gaming-Laptops enthalten überwiegend diskrete Nvidia-GPUs, wobei nur einige wenige diskrete AMD-GPUs anbieten. Es gibt einige herausragende Low-Cost-Optionen, die eine der Accelerated Processing Units (APUs) von AMD mit integrierter Vega-Grafik verwenden. Auf der Desktop-Seite bieten Hersteller und Online-Anbieter für die meisten SKUs Nvidia-GPUs an. Auf diese Weise kommt die Schwierigkeit beim Kauf von Grafikkarten bei Laptops mehr zum Vorteil von Nvidia.

Obwohl AMD im Vergleich zu Nvidia große Fortschritte bei der Leistung seiner diskreten GPUs gemacht hat, bleibt sein größter Vorteil der Konsolenmarkt. Sowohl die PlayStation 5 als auch die Xbox Series S/X verfügen über Zen 2-CPUs mit RDNA2-GPUs. Während Nvidia die Zahlen auf dem PC-Markt hat, bedeutet AMDs Monopol auf dem Konsolenmarkt der nächsten Generation, dass es Entwickler davon überzeugen kann, AMD-spezifische Technologien wie FSR auf den Konsolen zu implementieren.

Der Erfolg von AMD auf dem Konsolenmarkt könnte zu einer Art „Halo-Effekt“ führen, der den Verkauf seiner diskreten Karten beeinflusst. Die Xbox Series X und PS5 haben beide bemerkenswerte Leistungssteigerungen in Anbetracht ihrer Preispunkte im Vergleich zu Gaming-PCs gezeigt. Auch dann läuft Valves Steam Deck PC-Spiele auf einer ähnlichen APU wie die Konsolen.

Abgesehen von Engpässen und Scalpern kann die Konkurrenz zwischen Nvidia, AMD und jetzt Intel nur zu großartigen Neuigkeiten für Gamer führen. Wir müssen sehen, ob die Veröffentlichung von Intels Arc Alchemist-Grafikkarte den Verbrauchern eine weitere Wahl bietet und ob AMD wieder in die Konkurrenz kriechen kann.

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