XeSS ist eine Supersampling-Funktion für Intels kommende Arc Alchemist-Grafikkarten. Wir wissen seit der Ankündigung, dass die Funktion mit den neuesten Intel- und Nvidia-Grafikkarten funktionieren wird, und jetzt hat AMD bestätigt, dass seine neuesten Karten auch die Supersampling-Anweisungen beschleunigen können.

Als Hintergrund kommt XeSS in zwei Versionen. Einer nutzt Xe Matrix Extension (XMX) auf Intel Arc-Grafikkarten, um das Bild hochzuskalieren, während der andere DP4a-Anweisungen verwendet. Nvidia unterstützt seit drei Generationen DP4a auf seinen GPUs. Bisher war nicht klar, ob auch AMD-Karten den Befehlssatz unterstützen.

Die Rendering-Pipeline für Intel XeSS.

In einem Kommentar zu Computer Base bestätigte AMD, dass RX 6000-Karten DP4a unterstützen, was bedeutet, dass sie mit XeSS funktionieren. Leider sind die neuesten Karten von AMD der Schlusspunkt. Die RX 5000-Serie und ältere Vega- oder Polaris-Karten unterstützen keine DP4a-Anweisungen, daher funktionieren sie nicht mit XeSS.

Für Nvidia unterstützt XeSS mehr Grafikkarten als sogar Nvidias eigenes Deep Learning Super Sampling (DLSS). DLSS erfordert eine RTX-Grafikkarte und beschränkt sich auf die RTX 20-Serie und 30-Serie. XeSS funktioniert mit diesen Generationen sowie mit Grafikkarten der GTX 10-Serie. GTX 9-Serie und ältere Karten werden nicht unterstützt.

Intels neueste Karten werden das Feature unterstützen, aber auch neuere integrierte GPUs. Die Xe LP-Architektur, die sich in der integrierten Grafik mobiler Tiger-Lake-Chips befindet, unterstützt den DP4a-Befehl. Ältere Generationen leider nicht.

Es sieht so aus, als würde Intel einen schönen Mittelweg zwischen DLSS und AMDs FidelityFX Super Resolution (FSR) schaffen. DLSS ist sehr restriktiv, nutzt jedoch dedizierte Hardware, um ein besser aussehendes Bild zu erzeugen, sobald die schmutzige Hochskalierungsarbeit erledigt ist. FSR sieht nicht so gut aus und basiert auf viel einfacherer Technologie, funktioniert aber mit den meisten Grafikkarten.

XeSS unterstützt nicht so viele GPUs wie FSR, muss es aber auch nicht. Es unterstützt die neuesten Grafikkarten aller großen Hersteller, einschließlich einer besseren Unterstützung für Nvidia-GPUs, als selbst Nvidia bietet. FSR funktioniert mit einer breiteren Palette von Karten, aber es klingt so, als ob XeSS etwas viel komplizierter ist und qualitativ eher DLSS ähnelt.

Wir sollten darauf hinweisen, dass DP4a Neuland für diese Art von Supersampling-Technologie ist. Der DP4a-Befehlssatz wird hauptsächlich verwendet, um Berechnungen mit künstlicher Intelligenz (KI) zu beschleunigen, aber man sollte ihn nicht mit dedizierten KI-Beschleunigern wie XMX oder Nvidias Tensor-Kernen verwechseln. Diese Beschleuniger sind das Herzstück von XeSS bzw. DLSS.

Intel hat mit der DP4a-Version einen „intelligenten“ Kompromiss in Qualität und Leistung bestätigt. Es gibt einen Unterschied, aber wir wissen nicht, wie signifikant dieser Unterschied ist. Da XeSS maschinelles Lernen verwendet, sollte sogar die DP4a-Version ein besseres Ergebnis als FSR liefern, aber wir wissen es zu diesem Zeitpunkt nicht.

Zwischen XeSS und der Unterstützung für hardwarebeschleunigtes Raytracing positioniert sich Intel, um Nvidia und AMD im großen Stil herauszufordern. Die Funktionen stimmen, aber wir haben immer noch keinen Hinweis darauf, wie Arc Alchemist-Karten oder XeSS funktionieren werden. Es wird ein interessanter Dreikampf, wenn die Karten Anfang 2022 auftauchen.

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