Intel inszeniert ein Comeback. Aber anstatt die Konkurrenz einiger seiner erbitterten Konkurrenten abzuwehren, setzt Intel stattdessen auf Qualcomm, um die Siliziumkrone zurückzugewinnen. Im Rahmen seiner Bemühungen, die Führung wiederzuerlangen, wird Intel die Türen seiner Fabs öffnen, um Prozessoren für andere Unternehmen herzustellen, und das Unternehmen gab bekannt, dass es Verträge über die Herstellung von Chips für Qualcomm und Amazon in seinen Fabriken abgeschlossen hat.

Dies bedeutet, dass Intels Foundries Chips für seine Konkurrenten basierend auf dem Design von ARM herstellen werden und nicht auf der x86-Architektur, die das Herzstück seiner Prozessoren bildet, wie die Core-CPUs der 11. Generation. Der Plan, so Intel, wird dem Unternehmen dabei helfen, seine führende Position in der Chipherstellung bis 2025 mit fünf Kerntechnologien – darunter RibbonFET-, PowerVia- und Foveros-Verbesserungen – zurückzugewinnen, die die Art und Weise beeinflussen, wie Transistoren entworfen und miteinander interagieren.

RibbonFET zum Beispiel ist ein neues Design für Transistorschaltungen, das es Intel ermöglicht, kleinere, leistungsstärkere Chips zu bauen, während PowerVia laut CNET dabei hilft, den Stromverbrauch der Transistoren zu verwalten. Das Unternehmen nutzt die Übernahme von Foveros, um seine Chips noch dichter zu machen. Intel-CEO Pat Gelsinger kündigte an, dass die Lithographie im extremen Ultraviolett bis 2025 auf den Markt kommen könnte.

In einer weiteren Änderung wird sich Intel bei der Benennung seiner Knoten mit dem Rest der Branche abstimmen. Anstatt den Prozess nach der Größe zu benennen – Intel hatte seine Knoten zuvor nach der Größe seiner Transistoren benannt, die in Nanometern gemessen werden – wechselt das Unternehmen zu einer Standardkennzeichnung, um mit anderen Foundries zu konkurrieren. Der Enhanced SuperFin-Prozess wird beispielsweise Intel 7 heißen, während Intels 7-nm-Knoten als Intel 4 bezeichnet wird. RibbonFET und PowerVia werden in Intel 20A integriert und sollen 2024 auf den Markt kommen.

Das Unternehmen erkannte einen Teil der Skepsis unter Analysten und Brancheninsidern nach Jahren der Fehltritte und Verzögerungen an.

„Wir legen The Street viele Details vor, um uns zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte Intel-CEO Pat Gelsinger in einem Interview mit Reuters, als er während einer Präsentation die Roadmap seines Unternehmens vorlegte.

Die Partnerschaft mit Qualcomm ist etwas überraschend, da letzterer mit seinen eigenen ARM-basierten Snapdragon-Prozessoren auf Always-Connected-PCs durch eine Partnerschaft mit Microsoft beginnt, Intels Marktführerschaft auf dem PC-Markt anzugreifen. Die Snapdragon-CPUs von Qualcomm konkurrieren mit Intels Laptop-Prozessoren und wurden von Lenovo, HP, Samsung und anderen übernommen. Vor kurzem erwarb Qualcomm Nuvia für seine ARM-basierten Prozessordesigns, und das Unternehmen deutete an, dass neue immer verbundene PC-Prozessoren voraussichtlich bereits im nächsten Jahr auf den Markt kommen werden.

Es ist unklar, wie viel von Qualcomms Geschäft Intel im Rahmen des Deals erhält oder wie viel der Deal wert ist. Qualcomm setzt derzeit beispielsweise auch bei der Herstellung einiger seiner Snapdragon-Prozessoren auf Samsung. Irgendwann warb Intel sogar öffentlich um Apple, um die Herstellung seiner Prozessoren der A- und M-Serie in seine Gießereien zu bringen.

Anfang des Jahres bestätigte Gelsinger, dass Intel in Gesprächen mit Amazon, Cisco, IBM und Microsoft sei, um die Hersteller der Chips dieser Firma zu sein. Es ist unklar, ob Intel das Microsoft-Geschäft bekommt, da Qualcomm den benutzerdefinierten Prozessor im Surface Pro X entwickelt hat.

Mit Amazon wird Intel laut Yahoo Finance nicht die Prozessoren herstellen, die Amazon Web Services antreiben. Stattdessen setzt Amazon beim Bau von Chipsätzen auf Intels Packaging-Technologie.

Neben zunehmenden Bedrohungen durch die Konkurrenten AMD und Nvidia – letztere ist dabei, ARM vom japanischen Mischkonzern Softbank zu erwerben – sieht sich Intel auch einer starken Konkurrenz durch Apple und Samsung ausgesetzt. Apple befindet sich bereits mitten in der Umstellung von Intel x86-Prozessoren auf dem Mac, und bis heute hatte das Unternehmen ein neues MacBook Air, MacBook Pro, Mac mini und iMac mit eigenem M1-Prozessor auf den Markt gebracht. Diese basieren auf den gleichen ARM-Designs wie auf dem iPhone und iPad.

Samsung arbeitet unterdessen mit AMD zusammen, um einen ARM-basierten Exynos-Prozessor mit RDNA-Grafik auf den Markt zu bringen, und ein solcher Chipsatz könnte in Zukunft für Smartphones, Tablets, Chromebooks und sogar Laptops verwendet werden.

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