In der Vergangenheit hatten Gamer wenig Anlass, eine Mac-Konfiguration für Spiele in Betracht zu ziehen. Doch das könnte sich laut Apple selbst in Zukunft ändern. Der Mac-Hersteller bestätigte kürzlich in einem Interview seine Pläne, PC-Spiele ernst zu nehmen, was es für Spieler möglicherweise attraktiver machen könnte.

„Natürlich kann man sich den Stolz einiger GPU-Leute vorstellen und sich vorstellen: ‚Hey, wäre es nicht großartig, wenn es eine breitere Gruppe dieser wirklich intensiven Spieler treffen würde'“, überlegte Tim Milet, Vizepräsident für Plattformarchitektur von Apple in einem Interview mit Toms Guide. „Für uns ist es ein natürlicher Ort, um zu suchen und eng mit unserem Metal-Team und unserem Entwicklerteam zusammenzuarbeiten. Wir lieben die Herausforderung.“

Apples Engagement für PC-Spiele basiert auf den Stärken seines M1-Prozessors. Das Unternehmen hatte ursprünglich auf der WWDC 2020 einen Zeitplan für die Abkehr von Intel-CPUs auf dem Mac angekündigt. Im selben Interview erklärten Apple-Führungskräfte, dass das Unternehmen den Mac leistungsstark und energieeffizient machen müsse, bevor es in den Gaming-Bereich eintreten könne.

Um den M1-Prozessor zu einem überzeugenden Wechsel für das Unternehmen und treue Mac-Fans zu machen, sagte Bob Borchers, Apple Vice President of Worldwide Product Marketing, dass Macs eine lange Akkulaufzeit und eine solide Leistung mit Rosetta für die Emulation liefern müssen, um den Übergang zu schaffen von Intel-CPUs so nahtlos wie möglich. Mit dem 13-Zoll-MacBook Pro, das eine angegebene Akkulaufzeit von 20 Stunden liefert – Apple hat fast das verdoppelt, was zuvor mit einem vergleichbaren Intel-Build möglich war – sowie nachfolgenden Testberichten des Laptops, die zeigten, dass die Leistung nicht zu kurz war, setzt Apple jetzt einen dritten Ziel seiner Prozessoren der M-Serie: Gaming auf den Mac bringen.

Wie die Prozessoren der A-Serie von Apple auf den iPhones und iPads, die die Smartphones und Tablets des Unternehmens in sehr leistungsfähige tragbare Konsolen für das gelegentliche Spielen unterwegs verwandelt haben, kombinieren die Mac-CPUs der M-Serie ARM-Prozessorkerne mit benutzerdefinierten integrierten Grafikkernen. Dies unterscheidet sich von herkömmlichen PC-Gaming-Systemen, die oft mit leistungsstarken diskreten Grafikkarten ausgestattet sind, wie Nvidias GeForce RTX 3000-Serie oder der Rivalen AMDs Radeon RX 6000-Serie. Apple wird hier den konträren Ansatz verfolgen und leistungsstärkere diskrete GPUs für integrierte Grafiken mit der M-Serie meiden.

Da jedoch Gerüchte kursieren, dass zukünftige Iterationen der M-Serie-Chips mit bis zu 16 oder 32 Grafikkernen kommen könnten, sollte Apples Vorstoß ins Gaming keine allzu große Überraschung sein. Gaming-Apps wurden schließlich zu einem großen Katalysator für den frühen Erfolg des iPhones, als Apple den App Store auf seine Smartphones brachte. Apple will wahrscheinlich die Geschichte für den Mac wiederholen. Der 32-Core-Chipsatz der M-Serie wurde zuvor für eine zukünftige Überarbeitung des Mac Pro-Desktops gemunkelt, der, wenn er korrekt ist, Apples professionelle Workstation radikal in ein Monster-Gaming-Rig verwandeln könnte.

Apples Vorstoß ins Gaming scheint auch eine natürliche Weiterentwicklung der Geschäftsstrategie des Unternehmens zu sein. Nach Jahren der Investitionen in den Hardwareverkauf möchte Apple nun seine Dienste erweitern, darunter iCloud-Abonnementpläne, App Store- und In-App-Käufe, Apple TV+ Streaming, Apple Music, Apple News+ und mehr. Die Einführung von Spielen auf den Mac würde nur den App Store-Katalog auf dem Mac vergrößern und dem Unternehmen mehr Einnahmen bringen.

Es ist unklar, wie die langfristige Strategie von Apple für PC-Spiele auf einem Mac aussehen wird. Ob Apple versuchen wird, den Erfolg des iPhones zu wiederholen, indem es mit einer Reihe von günstigen Titeln lässige, aber dennoch sehr immersive Spielerlebnisse auf den Mac bringt, oder ob es mit Entwicklern zusammenarbeiten wird, AAA-Titel zu portieren, die auf Windows-Plattformen verfügbar sind, ist nicht bekannt. In jedem Fall sollte der potenzielle Erfolg des Spielens auf einem Mac, der von einem Chipsatz der M-Serie angetrieben wird, eine glaubwürdige Bedrohung für Intel – das auch seine eigenen diskreten Grafikkarten entwickelt – sowie die GPU-Hersteller Nvidia und AMD darstellen.

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