AMD hat es einem neuen Bericht zufolge geschafft, seinen höchsten CPU-Marktanteil seit dem Athlon 64 Tage vor über 14 Jahren zu erreichen.

Der Prozessormarkt ist zweifellos immer noch ein Zwei-Pferde-Rennen, und Intel liegt immer an der Spitze. AMD hat es jedoch geschafft, aus dem fast vergessenen Territorium herauszukommen, in dem es sich noch vor wenigen Jahren befand. Der Hersteller hat sich seit der Veröffentlichung seiner erfolgreichen Zen-Prozessorlinie vor vier Jahren kontinuierlich verbessert. AMD hat es dank der modernen Kernarchitektur, die in Zen-, Zen 2- und jetzt Zen 3-Prozessoren verwendet wird, geschafft, eine brandneue Benutzerbasis zu gewinnen.

Mercury Research hat eine Analyse des x86-CPU-Marktes durchgeführt, die aus Desktop- und Laptop-Prozessoren für Verbraucher, benutzerdefinierten Silizium-CPUs in PlayStation 5 und Xbox X/S sowie Serverchips besteht. Laut den von Mercury Research für das zweite Quartal 2021 vorgelegten Zahlen hat AMD an der x86-Prozessorfront einen Marktanteil von 22,5% erreicht. Im Vergleich zu den 77,5% von Intel mag dies immer noch nicht viel erscheinen – aber es zeigt eine stetige Verbesserung für das Unternehmen. Da der Markt von Intel und AMD dominiert wird, bedeutet ein Gewinn für AMD einen Verlust für Intel. Zahlen aus dem zweiten Quartal des letzten Jahres (2020) zeigen, dass Intels aktueller Stand von 77,5% ein Rückgang von über 4% ist.

AMD sieht jedoch nicht überall Verbesserungen. Wenn es um den x86-Desktop-Prozessorbereich geht, erlebt das Unternehmen einen Abwärtstrend. Im ersten Quartal dieses Jahres lag der Marktanteil von AMD in diesem Sektor bei 19,3 %. Jetzt liegt AMD bei 17,1 % im Vergleich zu 82,9 % von Intel. Auf der anderen Seite hat sich AMDs Ansehen sowohl im Bereich der mobilen CPUs als auch im Bereich der Server-CPUs verbessert, wo seine Epyc-CPUs mit Intel Xeon konkurrieren.

Der Rückgang des Marktanteils von x86-Desktop-CPUs ist wahrscheinlich auf die anhaltende Chipknappheit zurückzuführen. Die gesamte Tech-Branche ist davon betroffen, von Autos über Grafikkarten, Prozessoren bis hin zu Spielekonsolen. Die geringe Verfügbarkeit von Silizium hat die meisten Hersteller gezwungen, sich zu entscheiden, wohin sie die meisten ihrer Chips lenken möchten.

Es ist möglich, dass AMD beschlossen hat, sich auf seine Konsolen- und Mobil-CPUs zu konzentrieren, sodass Intel die Lücke im Desktop-Sektor schließen kann.

„Auf dem aktuellen Markt mit eingeschränkter Kapazität müssen die Zulieferer entscheiden, für welche Segmente sie Produkte bauen, und im zweiten Quartal scheint AMD die Desktop-Produktion gegen mehr mobile und Konsolen-CPUs eingetauscht zu haben, während Intel mobile Low-End-CPUs gegen mehr Desktop-PCs eintauschte Prozessoren“, sagte Dean McCarron, Präsident von Mercury Research.

Die Entscheidung mag seltsam erscheinen, aber sie ist nicht ohne Berechtigung. AMD hat sich sicherlich einen treuen Kundenstamm gesichert, und die gute Qualität seiner Ryzen-Prozessoren treibt PC-Hersteller zur Marke. Obwohl Intel weiterhin einen höheren Marktanteil hält, sind es AMD-Prozessoren, die schnell ausverkauft sind und die Spitzenplätze auf mehreren Listen der besten Desktop-Prozessoren belegen. Mindfactory, ein beliebter deutscher Einzelhändler, verzeichnet auch immer höhere Verkäufe für AMD, auf die 76 % der im letzten Monat verkauften Desktop-CPUs entfallen. Dies bedeutet, dass nur 24 % des Umsatzes von Mindfactory Intel Core-Prozessoren waren.

Obwohl AMD Intel bei weitem nicht schlagen oder auch nur in der Mitte treffen kann, waren die letzten Jahre die erfolgreichsten Jahre seit 2007. Der größte Erfolg bleibt nach wie vor in den Athlon 64-Tagen, als im vierten Quartal 2006, AMD hielt einen Marktanteil von 25,3% x86-CPUs.

Wird AMD seinen persönlichen Rekord von vor fast 15 Jahren übertreffen? Es ist zu früh, um das zu sagen, aber Intel legt sein Schwert nicht nieder. Tatsächlich schlägt Intel AMD bei der Veröffentlichung der nächsten Prozessorgeneration. Intels Alder-Lake-CPUs werden voraussichtlich noch in diesem Jahr auf den Markt kommen und DDR5-Speicher, PCI Express 5.0 und einen neuen Sockel hervorbringen.

AMD will sich nächstes Jahr mit der Veröffentlichung von Zen 4 rächen, was auch einen neuen Sockel und damit ein neues Motherboard erfordert. Eines ist sicher – dem CPU-Markt stehen spannende Zeiten bevor, und das Rennen zwischen AMD und Intel wird noch ernster.

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